Spiel, Matt und Sieg – die Rückkehr der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Schach
2.348 Partien, 316 Spieler:innen, 80 Hochschulen, 150 elektronische Live-Bretter. Hobbyspielende und Profis trafen am 22./23.11.25 bei der DHM Schach in der Mensa Nord der HU aufeinander - eine erfolgreichere Rückkehr der DHM wäre kaum zu denken.
Die letzte Deutsche Hochschulmeisterschaft (DHM) im Schach liegt viele Jahre zurück. 2015 hatte der Deutsche Schachbund an der TU Dresden ein eigenes Format erprobt – damals mit lediglich 25 Teilnehmenden. Zehn Jahre später zeigt sich ein völlig neues Bild: Die diesjährige DHM erlebte in Berlin einen eindrucksvollen Neustart und verzeichnete mit 316 Spielerinnen und Spielern aus 80 Hochschulen eine Verzwölffachung der Teilnehmerzahl. Möglich wurde dieses riesige Event vor allem durch den langjährigen Partner die d-fine Unternehmensberatung, die seit Jahren ein großzügiger Partner im Bereich Hochschulschach sind.
Studierende, Hochschulbeschäftigte und sogar Professorinnen und Professoren trafen sich am 22./23.11. in der weitläufigen Mensa Nord, die an diesem Wochenende nicht der Essensausgabe, sondern dem Schachsport diente. Statt Tabletts standen 150 elektronische Live-Bretter bereit. „Ich war noch nie bei einem Turnier, bei dem wirklich alle Bretter live übertragen werden. Das ist alles andere als selbstverständlich“, betont Claire Henninger, die als Disziplinchefin eigens aus ihrem Erasmus-Aufenthalt in Toulouse anreiste. „Die Mischung aus Hobbyspielenden und Profis ist großartig – für viele ist es das erste große Schachturnier“.
Auch Paul Meyer-Dunker, Disziplinchef und Präsident des Berliner Schachverbands, zeigte sich hochzufrieden. „Bei einer so gelungenen Veranstaltung ist es umso bedauerlicher, dass der adh die Bewerbung um die Ausrichtung der World University Championship 2028 abgelehnt hat“, kommentiert er am Rande des Turniers.
Über zwei Tage hinweg wurden in insgesamt 2.348 Partien die neuen DHM-Titelträgerinnen und -träger ermittelt. Dabei verzockte sich Topfavorit IM Tobias Kölle von der DHBW Stuttgart zumindest am ersten Tag leicht. Mit zwei schnellen Remisen gegen die an zwei und drei gesetzten IM Benedict Krause (Uni Kiel) und IM Marius Fromm (Uni Rostock) musste er in der letzten Runde gewinnen, um sich den Schnellschachtitel zu holen – dies gelang nicht. Bei den Frauen setzte sich überraschend WFM Svenja Butenandt von der TU München gegen die zwei angereisten Nationalspielerinnen durch, auch wenn es nicht knapper hätte sein können.
Ergebnisse DHM Schnellschach
Open
- IM Benedict Krause (Uni Kiel) – 8/9
- FM Jonas Eilenberg (Uni Potsdam) – 7,5/9
- IM Tobias Kölle (DHBW Stuttgart) – 7,5/9
- IM Daniel Kopylov (Uni Kiel) – 7,5/9
- IM Marius Fromm (Uni Rostock) – 7,5/9
Frauen
- WFM Svenja Butenandt (TU München) – 6,5/9
- FM Lara Schulze (SRH Mobile University) – 6,5/9
- WGM Fiona Sieber (Uni Heidelberg) – 6,5/9
Teamwertung
- Uni Halle – 20/27
- HU Berlin – 20/27
- Uni Potsdam – 19,5/27
Aufgrund der hohen Teilnehmendenzahl und der damit verbundenen Verzögerungen in der Ergebniserfassung wurde die Blitzmeisterschaft auf neun Runden verkürzt. Am Kampfgeist mangelte es dennoch nicht. IM Tobias Kölle zeigte sich diesmal unantastbar und gewann mit 8,5 aus 9 Punkten.
Ergebnisse DHM Blitzschach
Open
- IM Tobias Kölle (DHBW Stuttgart) – 8,5/9
- FM Benjamin Wagner (Uni Magdeburg) – 8/9
- FM Diyap Büyükasik (TU Berlin) – 7,5/9
Frauen
- WIM Antonia Ziegenfuß (Uni Magdeburg) – 6/9
- Rebecca Browning (Uni Bielefeld) – 5,5/9
- Larissa Ziegenfuß (Norddeutsche HS Hildesheim) – 5,5/9
Die besten Teilnehmenden der HU waren FM Frederick Dathe mit einem 15ten und einem 18ten Platz und CM Raphael Kracht mit einem 17ten und einem 25ten Platz.
Wer sich alles noch einmal ansehen möchte, findet alle 2.348 Partien unter: https://www.chess.com/events/german-university-chess-championship-rapid-blitz-2025-rapid/games



Fotos: Tabea Alm






Fotos: Stefan Klenke